Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Schutz, Geborgenheit, Förderung, Stärkung und aktive Teilhabe, heißt es in der UN-Kinderschutzkonvention, deren 25jähres Bestehen in diesem Jahr gefeiert wird. Sie hat viel dazu beigetragen, Kinder als eigenständige Individuen zu sehen und sie mit eigenen Rechten auszustatten. Diese Rechte gilt es bekannt zu machen und präventiv zu sichern.

Das Kind ins Zentrum der Hilfen zu stellen und sein Umfeld zu befähigen, seinen Bedürfnissen und Unterstützungswünschen zu entsprechen und ein positives Aufwachsen zu sichern, gehört zu unseren Leitgedanken in der Kinderschutzarbeit. Kinder und Jugendliche da abzuholen, wo sie stehen, bedarf der Bereitschaft zur Kontaktaufnahme mit Familien, Institutionen und allen Professionen, die für Minderjährige zuständig sind. Dazu gehören u. a. Schulen, Horte, Kitas und Freizeiteinrichtungen. Diese für das gemeinsame Ziel zu motivieren, den Schutz der Mädchen und Jungen zu verbessern, ist unser Anliegen und unsere Aufgabe.

Eltern sind in unserer Kinderschutzarbeit immer von entscheidender Bedeutung, so auch in der Prävention. Sie sind für uns wichtige Ansprechpartner, um die Kinder vor Beeinträchtigungen, Gefahren und Schädigungen zu schützen. Als Eltern tragen sie ein großes Maß an Verantwortung für die Sicherheit und den Schutz ihrer Kinder, wozu wir Information und Unterstützung geben können. Zu den zentralen Aufgaben unserer Berater für Kinderschutz gehören die Sensibilisierung für die Bedürfnisse und Interessen der Kinder und Jugendlichen und die Realisierung ihrer Teilhabe und Beteiligung in allen Belangen, die sie betreffen. Gerne möchten wir die Eltern selbst als „Kinderschützer“ aktivieren und auch für Ihr Wohl mit Sorge tragen.

In den komplexen Problemfeldern der Gewalt an Kindern, wie z.B. der physischen und psychischen Misshandlung, des sexuellen Kindesmissbrauchs und der emotionalen Vernachlässigung sowie der Gewalt unter Kindern und Jugendlichen (Mobbing, Bullying, Handygewalt, Grenzverletzungen und sexualisierte Übergriffe) unterstützen wir die jungen Menschen, ihre Eltern und zuständigen Fachkräfte bei der Klärung und Aufarbeitung der Konflikte.

Bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung bieten wir für MitarbeiterInnen – auch kurzfristig – Fachberatungen durch unsere „insoweit erfahrene Fachkraft“ bei Kindeswohlbelangen.

 Als Fachberatungsstelle für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs beraten wir Fachkräfte aus allen Professionen, die mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt stehen, insbesondere im Umgang mit Verdacht von sexuellem Kindesmissbrauch und begleiten sie bei der Klärung der Gefährdung.

Prävention ist ein dauerhaftes Thema, dass nur im Verbund mit Kindern, Eltern, und Fachkräften zukunftsorientiert bewegt werden kann. Der Schutz von Kindern ist ein gemeinsames Anliegen. Je früher und kooperativer wir gemeinsam Präventionsangebote realisieren können, desto effektiver und nachhaltiger kann der Kinderschutz verbessert werden.

Unser Präventionsangebot wird entsprechend den jeweiligen Institutionen, Zielgruppen und Aufgabenstellungen unterschiedlich gestaltet:

Paevention in Kitasfür Kindertagesstätten:

Als Einstieg ab dem Vorschulalter bieten wir eine Erzählgeschichte in Schattenbildern mit dem Titel „Wir sagen Bescheid!“ an. Sie sensibilisiert für den Umgang mit Gefahren, mit unheimlichen Situationen und fördert Selbstschutzverhalten und Selbstbehauptung. Anhand dieser Beispielgeschichte in Bildern erlernen die Kinder neue Handlungsmöglichkeiten, die es Ihnen ermöglichen, in Gefahrensituationen kompetent zu reagieren. Nachdem die Kinder auch ihre eigenen Schattenfiguren gebastelt haben, können sie das Erlebte nachspielen und in ihrem eigenen Sinne unter Anleitung der ErzieherIn weiterentwickeln.

Aufbauend bieten wir – in Absprache mit den ErzieherInnen – weitere Programme zu diesen Themenbereichen an, zu denen gehören z. B.:

  • „groß & stark“ – Kinder stärken mit allen Sinnen, spielerisch die Eigenwahrnehmung fördern und zum Ausdruck bringen
  • „Wenn ich wütend bin…“ – Gefühle erkennen, benennen und damit umgehen lernen, Spiel und Theater zum Thema Umgang mit Gefühlen
  • „Nein sagen“ und was tue ich, wenn ich nicht gehört werde, Übungen zum Hilfeholen

Schulpraeventionfür Schulen und Horte:

Unsere Wanderausstellung „(UN-)HEIMLICHE MACHT – Gegen sexuelle Gewalt an Kindern“ ist für Fachkräfte, Eltern sowie Kinder ab 9 Jahren mit Begleitung durch Erwachsene (Fachkräfte, bzw. vorgeschulte Eltern, LehrerInnen) geeignet. Sie informiert über die manipulativen Täterstrategien, die nicht nur die Kinder und Jugendlichen, sondern auch ihr Umfeld betreffen. Wer diese Strategien kennt, kann sich erfolgreicher und frühzeitiger zur Wehr setzen und das gezielte Vorgehen der Täter im Einzelfall besser durchschauen.

unsere Angebote für SchülerInnen:

  • Trainings zum Selbstschutz, Umgang mit Fremdem und Hilfeholen (z.B. sicherer Schulweg)
  • Trainings zu Grenzwahrnehmung und Grenzsetzung
  • Trainings zu kompetentem Konfliktverhalten und Konfliktlösungsstrategien
  • Förderung der sozialen Kompetenz – Teamarbeit erleben und gemeinsam mehr erreichen
  • Umgang mit Mobbing und Macht-Ohnmacht-Spielen in Gruppen
  • Prävention vor Chat-Gefahren, Cybermobbing und Handygewalt
  • Prävention zum Thema sexualisierte Übergriffe, Gewalt und sexueller Missbrauch
  • Beteiligung an Projekten und Projekttagen

Ein besonderes Angebot für SchülerInnen (ab Klassenstufe 4) ist unsere Streitschlichterausbildung, die – je nach Bedarf – in Form eines Projektes oder als AG bzw. Neigungsgruppe angeboten werden kann.

sachberichteunsere Angebote für Eltern:

  • Beteiligung an Elternabenden zu einzelnen Themen
  • Informationsveranstaltungen und Workshops zu verschiedenen Fachthemen zu Gewalt und sexuellem Missbrauch an und unter Kindern, z.B.:
    • Mobbing und Machtspiele unter Kindern
    • Gewaltgefährdungen von Kindern und Jugendlichen beim Umgang mit den neuen Medien
    • Kompetente Konfliktbearbeitung
    • Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt
  • Begleitung von Elterninitiativen und Elterngruppen

Vernetzter Kinderschutzunsere Angebote für Fachkräfte (z.B. LehrerInnen, ErzieherInnen):

Weiterbildungen zu den Themen:

  • Was sind unsere neuen Pflichten nach dem neuen Bundeskinderschutzgesetz?
  • Gewaltprävention: Weichen stellen gegen Gewalt unter Kindern und gegen Kinder
  • Mobbing, Cybermobbing, Handygewalt – Machtspieldynamiken erkennen und stoppen
  • Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt (z.B. Wanderausstellung)
  • Schutz vor Gewaltgefährdungen im Umgang mit den neuen Medien
  • Kindliche Sexualitätsentwicklung und Übergriffe durch Kinder

Alle präventiven Angebote im Bereich der Gewaltprävention können entsprechend dem Bedarf zusammengestellt und mit den Fachkräften der Schulen und Horte, der Kinder- und Jugendclubs sowie den Kindertageseinrichtungen geplant und gemeinsam durchgeführt.