Liebe Leserinnen und Leser, liebe Besucherlnnen der Ausstellung,

die Wanderausstellung gegen sexuelle Gewalt an Kindern wendet sich an alle Erwachsenen, die mit Kindern im Kontakt stehen und an alle Fachkräfte, denen Kinder anvertraut sind. Das Wohlergehen und geschützte Heranwachsen unserer Kinder sichert unser aller Zukunft. Wir können sie nicht immer und nicht vor allen Gefährdungen schützen. Was wir aber tun können und tun müssen ist, Hilferufe und Signale aktiv wahrzunehmen. Wenn Kinder in Not sind haben sie ein Recht auf Hilfe.
Sexuelle Gewalt an Kindern in den Familien oder in ihrem näheren Lebensumfeld ist ein aktuelles, aber ein neues Thema. Die Sensationsberichte in den Medien erschrecken, machen hilflos und verleiten uns, das Problem als Einzelschicksal abzutun. Sie lenken ab von der Realität, dass sexuelle Gewalt ein weit verbreitetes Phänomen in unserer Gesellschaft darstellt. Die Gefühle von Zweifel, Wut, Hilflosigkeit und Überforderung, die die Erwachsenen in der Konfrontation mit der Thematik erfahren, lassen die Komplexität und die Widerstände erkennen, mit der wir es bei dieser Problematik zu tun haben.
Unsere langjährigen Erfahrungen in der Therapie, Beratung, Betreuung und Prozessbegleitung von Opfern sexueller Gewalt und ihren Familien zeigen deutlich, dass diese Gewalt an Kindern nicht nu rein individuelles, familiäres und privates, sondern auch ein gesellschaftliches Problem darstellt, das dringend einer stärkeren Beachtung und Bemühung aller gesellschaftlichen Kräfte bedarf, um es zu begrenzen. Hinschauen und Handeln, nicht Wegschauen und Verleugnen wünschen sich die Betroffenen:

,,Wer ihn nicht kannte, ahnte nicht, welch ungewöhnliche Kraft in ihm steckte. Er war und konnte lieb sein, aber auch sehr böse. Das hat mir Angst gemacht und ich habe immer gedacht, er sei der liebe Onkel, der meine Mama lieb hat. Er kam in mein Zimmer und sagte, dass er mich lieb hat und ich keine Angst zu haben brauche…“Nein“, sagte ich immer wieder. Ich weinte, bis er mir den Mund zuhielt…

Warum hat er das gemacht? Ich hatte ihn doch lieb. Ich war noch ein Kind von nur sechs Jahren. Und er sah mich an und sagte immer nur, ich soll nicht mehr weinen, er hat mich doch lieb und es ist doch nicht so schlimm und dass das unser Geheimnis ist. Was sollte ich machen? Ich war doch nur ein Kind. Immer wieder war mir gesagt worden, ich sei schuld und böse. Es gab keinen Ausweg für mich, keinen Menschen, an den ich mich hatte wenden können. Und ich empfand nichts als Angst und Einsamkeit. Ich hielt Jahre lang meinen Mund.
Ja, meine Aufgabe war es, zu verbergen und unentdeckt zu bleiben mit dem, was ich gemacht hatte. Es hätte mich sowieso keiner verstanden und mir auch niemand geglaubt…
Ich heiratete, bekam Kinder und hatte die Gewalt und die Angst meiner Kindheit verdrängt. Die einzelnen Bilder, die hochkamen, packte ich gleich wieder weg.
In der Grundschule begannen die Sorgen um meinen jüngsten Sohn; sie nahmen zu, egal was ich tat. Ich war ratlos.
Heute mache ich mir Vorwürfe, dass ich den Mißbrauch durch einen ,,Freund“ unserer Familie nicht bemerkt habe. In manchen Sachen fühle ich mich noch heute schuldig und hilflos. Ich war fassungslos, als mein Kind mir nach Jahren der Begleitung und Therapie selbst erklärte, dass er mit fünf Jahren in der Wohnung des ,,lieben Onkels“ sexuelle Übergriffe über sich ergehen lassen musste. Jetzt kann ich ihn besser verstehen und offen sein für seine Probleme mit anderen Menschen und in der Schule. Wir brauchen Zeit und weitere Hilfe, um alles zu verarbeiten.“

 

Dieser Auszug aus dem Brief einer Betroffenen vermittelt einen Einblick in die Gefühlswelt einer Frau und Mutter, die, wie so viele, noch als Erwachsene unter den Folgen langjähriger sexueller Gewalthandlungen, Bedrohungen und Manipulationen durch ihre Täter leidet und zusätzlich die Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs an ihrem Kind verarbeiten muss. Sie ringt noch immer um eine gute Balance von Vertrauen und Misstrauen zu Mitmenschen, die sie in ihrer Kindheit verloren hat.
Eine Verarbeitung von sexueller Gewalterfahrung in der Kindheit wird vor allem auch durch die Verpflichtung zur Geheimhaltung, die Manipulation der kindlichen Wahrnehmung und die Uminterpretation der Gewaltsituation durch die Täter erschwert. Die Folgen konnen alle Bereiche der Persönlichkeit betreffen und ein Leben lang Auswirkungen haben. Die Verdrängung des eigenen Schicksals als Überlebensstrategie beeinträchtigt das Erkennen weiterer konkreter Gefahren für sich selbst und die Wahrnehmung der Gefährdung der eigenen Kinder. Aus diesem Kreislauf der Gewalt können sich die Opfer nur selten alleine befreien.
Ein Kind, das die sexuelle Gewalt erlebt, ist der ,,UN-HEIMLICHEN MACHT“ des Täters ausgesetzt. Da sexuelle Gewalt immer als besonders schamvoll erlebt wird und meistens mit ungeheurem seelischen und körperlichen Druck verbunden ist, bleibt sie das am besten gehütete Geheimnis betroffener Kinder. Gleichzeitig hoffen diese, dass wir ihre verschlüsselten Signale erkennen, als Hilferufe verstehen und Beistand geben, damit sie Kraft und Mut finden, sich aus dem Netz der Täter zu befreien. Sie hoffen auch, dass wir nicht vor der Macht und Bedrohung durch die Täter zurückschrecken oder uns von ihren Verführungskünsten manipulieren lassen, sondern wachsam sind, ihre Doppelgesichtigkeit erkennen und die Gewalt beenden.
Ziel der Wanderausstellung ist es daher, die Komplexität und Systematik zu verdeutlichen, die hinter sexueller Gewalt an Kindern steht, zu einem gemeinsamen Verständnis beizutragen und neue Wege der Begrenzung zu finden. Die Begriffe Opfer und Täter haben wir gewählt, um die Tat und die Verantwortung für Außenstehende zu verdeutlichen und nicht um die Betroffenen als Überlebende auf ihr Opfersein zu begrenzen. Den Begriff Kind verwenden wir im Sinne der Kinderrechtskonvention, welcher alle Minderjährigen einschließt. Die Wanderausstellung ist in Zusammenarbeit mit Betroffenen entwickelt worden. Sie wurde seit Oktober 2001 bis Ende 2004 an über 60 Orten in Brandenburger Schulen, Rathäusern, Jugendämtern, Gerichten und weiteren öffentlichen Einrichtungen gezeigt. Für solche Einrichtungen steht sie auch weiter zur Verfügung.
Nicht Vermeidung und Verleugnung helfen, die Gewalt an Schwacheren und uns Anvertrauten zu stoppen. Ein mutiges Eingreifen, ein respektvolles und fachkompetentes Begleiten sind die Grundlagen für die Begrenzung der Gewalt an unseren Kindern. Es ist unsere Aufgabe, die „EIMLICHE“ Macht zu durchschauen und aufzulösen.
Annelie Dunand und alle Mitarbeiterlnnen des Sozial-Therapeutischen Institutes Berlin-Brandenburg – STIBB e.V.

Es kann jeden treffen!

Sexueller Missbrauch an Kindern ist sexualisierte Gewalt. Sie liegt vor, wenn Erwachsene sexuelle Handlungen an Kindern begehen oder diese dazu bringen, sie an ihnen zu vollziehen. Die Kinder sind aufgrund ihrer gefühlsmäßigen und geistigen Entwicklung nicht in der Lage, diesen Kontakten informiert und frei zuzustimmen. Dabei nutzen die Erwachsenen die ungleichen Machtverhältnisse, um mit Manipulation, emotionalem Druck und Gewalt das Kind in Abhängigkeit zu bringen. Die erpresste Schweigepflicht macht das Kind zum wehrlosen Opfer. Sexuelle Gewalt gibt es innerhalb und außerhalb der Familien. Schwerpunkt der Ausstellung sind Täter außerhalb bzw. im Nahraum der Kernfamilie, wobei die Mechanismen bei innerfamiliärem Missbrauch ähnlich sind. Die Täter sind vorwiegend männlich, kommen aus allen Altersstufen, Berufen und sozialen Schichten. Opfer werden Kinder jeden Alters. Der Missbrauch kann früh beginnen und sich über Jahre hinziehen.

„Ich spiele mit Euch“

Sexuelle Gewalt beginnt im Kopf des Täters. Aus Phantasien werden Wünsche, aus Wünschen werden Pläne.Zu jedem Plan gehört, dass er Kontakt zum ausgewählten Kind und dessen Umfeld hat bzw. diesen aufnimmt und die Beziehungen nach seinen „Spielregeln“ gestaltet. Diese Spielregeln kennt allein der Täter. Maßgeblich für die sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen ist die Motivation des Täters und sein Überwinden innerer Hemmungen. Er zielt auf emotionale Nähe, baut Vertrauen auf. Er erreicht durch besondere Zuwendungen und Manipulation sowie durch Umdeutung der realen Situation emotionale Abhängigkeit und Verwirrung bei den Opfern.

Tätermotto: „Arbeite langsam, habe Geduld, bringe möglichst viele Menschen, die dem Kind nahe stehen, dazu, dir zu vertrauen. Benutze Aufmerksamkeit und Liebe als Köder. Nutze jeden Weg, um mit dem Kind Kontakt zu haben und/oder zusammen zu leben.“

Angriff ist die beste Tarnung seiner Absichten und Handlungen.

„Damit krieg ich Dich“

Mit dem „Segen“ der Eltern, der anderen Erziehungsberechtigten, Verwandten und Freunde gelangt der Täter in die Nähe des Kindes. Als „echter Kinderfreund“ liest er die Wünsche von seinen Augen ab, bietet sich als großzügiger Kumpel und verständnisvoller Helfer an, der jederzeit ansprechbar ist. Er gibt vor, allen Ärger aus dem Weg zu räumen. Durch seine positive Seite zieht er die Aufmerksamkeit des Kindes auf sich und isoliert es unbemerkt,Schritt für Schritt, von seinen Bezugspersonen und fasst unbemerkt zu. Gleichzeitig kontrolliert und manipuliert er das familiäre und weitere Umfeld in seinem Sinne, das in Folge häufig eher den Täter als das Kind wahrnimmt.

Tätermotto: „Nimm dich seiner an, sei nett zu ihm. Ziele auf ein Kind, das kein gutes Verhältnis zu seinen Eltern hat und suche oder schaffe irgend eine Art von Bedürftigkeit beim Kind.“

„Wir beide haben ein Geheimnis“

Das Kind lernt die beiden Seiten des „Freundes“ kennen. Es fühlt sich wohl und weh, angezogen und abgestoßen, wichtig und wertlos, isoliert und hilflos, bedroht und verwirrt. Wie kann es sich dem listigen Wirken des Täters entziehen? Seine eigenen Versuche der Gegenwehr scheitern. Es sucht nach Schutz und achtet dabei auf das Verhalten seiner Umwelt. Es bemerkt, dass alle den Täter mögen und nur ihm vertrauen. Wenn es reden würde, glaubte ihm sicher niemand, da alle Anderen nur die freundliche Seite des Täters kennen. Um allen gerecht zu werden und keinen zu verlieren, beschuldigt sich das Opfer selbst und misstraut der eigenen Wahrnehmung. Die Manipulation des Täters macht es dem Kind unmöglich, sich mit seinen seelischen und körperlichen Verletzungen auseinanderzusetzen. Es verstummt!

Tätermotto: „Gib dem Kind die Illusion, dass es frei entscheiden kann, ob es mitmacht oder nicht.

„Du hast schuld“  

Die Schattenseite des Täters ist für das Kind unerträglich. Um die fortgesetzten Angriffe auf seine Person zu überleben, spaltet es die Erlebnisse und Gefühle als nicht zu ihm gehörig ab. Das Opfer glaubt jedes Mal aufs Neue, dass der Täter sein Versprechen hält und es keiner weiteren Gewalt ausgesetzt ist. Mit dem Ausblenden der eigenen Gefühle und der Realität von sexueller Gewalt und Bedrohung beginnt die Anpassung des Opfers an den Täter. Nicht selten endet sie in einer Identifikation mit seinen inneren Handlungsmustern und Sichtweisen. Wenn das Opfer den Unterschied zwischen sich und dem Täter nicht mehr wahrnimmt, besteht erhöhte Wiederholungsgefahr für das Opfer und das Risiko einer Fortsetzung und Ausbreitung des Opfer-Täter-Kreislaufes in derselben und in den folgenden Generationen.

Tätermotto: „Übe Druck und Gewalt aus, damit das Kind schweigt und tut was du willst.“

Signale von Mädchen

Die individuellen Überlebensstrategien von Mädchen und Jungen drücken sich zum Teil in unterschiedlichen Symptomen aus. Zu den plötzlichen Verhaltensänderungen bei Mädchen gehören beispielsweise soziale Isolation, Schlaf- und Essstörungen, Einnässen, das „Verstecken“ des Körpers in weiten Kleidungsstücken, sexualisiertes Verhalten, Schnippeln, Suizidversuche, Ängste und Zwänge, überzogene Scham- und Schuldgefühle sowie zunehmende körperliche Beschwerden. Diese, wie auch unerklärliches Schulversagen, Süchte, Lügen, Stehlen und Weglaufen können – aber müssen keine – Anzeichen sexueller Traumatisierung sein. Betroffene Mädchen können ihr Leben lang immer wieder in die Rolle des Opfers geraten. Als Erwachsene erleben sie unglückliche Partnerbeziehungen, in denen sie belogen, betrogen, vergewaltigt und misshandelt werden.

Ohne mitfühlende Hilfe kann das Mädchen nur selten die Gewalt stoppen und eigene Grenzen wahrnehmen.

Signale von Jungen

Die Mädchen richten das eigene Opfersein vor allem gegen sich selbst, die Jungen agieren in der Regel ihre Gewalterfahrung nach außen. Sie versuchen so, ihre Ängste und Schwächen zu verbergen. Ihre Wut lenken sie um auf schwächere Personen, auf Gegenstände und Lebewesen. Sie sind unzugänglich, aggressiv und anfällig für kriminelles und rechtsorientiertes Handeln. Häufig greifen sie auf besonders „männliche“ Verhaltensweisen zurück, in dem sie Macht und Stärke demonstrieren.
Plötzlich zunehmende psychosomatische Beschwerden und Verhaltensänderungen, zu denen auch Sexualisierung von sozialen Beziehungen, große Unruhe, Leistungsabfall, Lügen, Kokein, Stehlen und Rauben, Weglaufen und nicht zuletzt Drogenkriminalität gehören, können – müssen aber keine -Hinweise auf Gewalterfahrungen sein.

Wenn die Jungen ihre Rolle vom Opfer zum Täter umkehren, besteht die Gefahr der Wiederholung von erlebten Gewaltformen und Verhaltensmustern bereits im Kindes- oder Jugendalter.

 

„Deine Macht ist zu Ende“

Wenn wir die Symptome der Kinder als Not verstehen, die Hintergründe dafür erkennen und das Spiel des Täters durchschauen, müssen wir die Probleme benennen, die Beteiligten aufklären und das Kind vor weiterer Gewalt schützen.
Eine Offenbarung und Trennung kann den aktuellen Missbrauch stoppen. Der Täter hat die Chance, sich zu bekennen und die volle Verantwortung für vergangene, gegenwärtige und zukünftige Handlungen zu übernehmen. Äußere Grenzen kann der Täter durch Inhaftierung und Ausgrenzung aus dem Opferumfeld erfahren. Innere Grenzen erreicht er durch Konfrontation mit den Konsequenzen seines Handelns und Wirkens für das Opfer, das Umfeld und sich selbst.
In einer Therapie kann er seine eigenen Motive, seine Gedanken und Gefühle sowie sein Verhalten unter Kontrolle bringen und innere Schranken gegen seine Täterschaft aufbauen.

Tätertherapie ist Opferschutz und Prävention.


Beistand und Unterstützung

Sexuelle Gewalt ist erst durch rückhaltlose Aufdeckung innerhalb des gesamten Familiensystems und durch Bekennen des Täters resozialisierbar. Alle Beteiligten brauchen ein soziales Netz aus Freunden, Beratern und Therapeuten, um der erneuten Tabuisierung entgegenzuwirken. Um die Kinder auch zukünftig zu schützen und die Folgen zu begrenzen, brauchen diese das Interesse und das Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten. Gemeinsam stehen wir in der Pflicht, dass die primären und sekundären Schädigungen begrenzt werden, damit sich die Kinder ungestört weiter entwickeln können. Bei aller Hilfe, die sie erhalten, sind sie als eigene Persönlichkeiten anzusehen, die Anspruch auf Achtung ihres individuellen Ausdrucks von Konflikten und Verletzungen haben.

Opfer haben ein Recht auf angemessenen Beistand. Er beinhaltet Förderung, Unterstützung, Beratung und Therapie.

Handlungskompetenz

Hilfe und Vorbeugung können verschiedene Personen und Institutionen leisten. Wichtig ist, dass wir die Existenz sexueller Gewalt an Kindern als Realität in unserer Gesellschaft wahrnehmen und uns als Vertrauenspersonen für die Kinder zur Verfügung stellen. Durch Aufklärung, Information und Wissensvermittlung können wir – Bürger und Fachkräfte – sensibilisiert werden und angemessene Hand-lungs- und Interventionsstrategien erlernen. Verschweigen und blindes Agieren helfen nicht weiter. Stattdessen ist es ist wichtig, Hemmungen und Hilflosigkeiten zu überwinden. Die eigenen Gefühle um Sorgenkinder sollten Anlass sein, sich mit Vertrauten, Kolleginnen, Leiterinnen und Fachkräften zu beraten. Ansprechpartner für das Kind zu bleiben heisst, zum Wohle des Kindes aktiv zu werden.

Es gilt, die Signale der Kinder als deren Hilferufe wahrzunehmen und zu verstehen. Durch Mit-Denken, Mit-Reden, Mit-Fühlen und Mit-Handeln wird die „UN-HEIMLICHE MACHT“ der Täter beendet.

Anlaufstellen

Es gibt eine Vielzahl von Kontaktstellen, die sich mit dem Thema sexuelle Gewalt an Kindern beschäftigen, von denen Sie erste Hinweise für eine mögliche Beratung und Unterstützung erhalten, bzw. die selbst helfen können.

Anonyme Telefonkontakte und Telefonberatung gibt es an viele Orten. Zentrale Anlaufstellen sind Beratungsstellen und Jugendämter Ihrer Region, deren Nummern Sie im Telefonbuch unter der Rubrik ,,Stadt- oder Kreisverwaltung“ finden. Mögliche Ansprechpartner sind der Allgemeine Soziale Dienst (ASD), die Erziehungs- und Familienberatungsstellen, der Kinder- und Jugendnotdienst sowie die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. Die Adressen der Jugendämter und Erziehungs- und Jugendberatungsstellen in Brandenburg finden Sie ab 2007 über die Homepage des Landesjugendamtes Brandenburg unter Adressen/Jugendämter bzw. Adressen/Hilfen zur Erziehung/Erziehungs- und Familienberatungsstellen.

In einigen Städten gibt es auch spezialisierte Informations- und Beratungs­stellen, die das Problem der sexuellen Gewalt zum Schwerpunkt haben. Auch Frauenhäuser, Frauen- und Mädchenberatungsstellen können hier weiterhelfen. Vereinzelt gibt es Anlaufstellen für Jungen und Männer. Mancherorts bieten Kinderschutzdienste, zu denen die Kinderschutz-Zentren, der Kinderschutzbund und Sorgentelefone gehören, ihre Dienste an. Opfer von Gewalt und deren Angehörige haben die Möglichkeit, sich an Opferberatungsstellen und den Weißen Ring zu wenden.

Bevor eine Strafanzeige gestellt wird, empfehlen wir ein vorangegangenes Beratungsgespräch bei einer Fachdienststelle. Aufgrund unserer begrenzten Platzkapazität können wir hier nur die überregionalen Telefondienste nennen.

Kinder- und Jugendnottelefon

Telefon kostenfrei,
bundesweite Sondernummer 0800 -111 03 33
(Auskunftszeiten: Mo-Fr 15-19 Uhr)

Elterntelefon

Telefon kostenfrei,

bundesweite Sondernummer 01805 – 1234 65