Für Kindergärten und Kindertagesstätten:

Als Einstieg ab dem Vorschulalter bieten wir eine Erzählgeschichte in Schattenbildern mit dem Titel „Wir sagen Bescheid!“ an. Sie sensibilisiert für den Umgang mit Gefahren, mit unheimlichen Situationen und fördert Selbstschutzverhalten und Selbstbehauptung. Anhand dieser Beispielgeschichte in Bildern erlernen die Kinder neue Handlungsmöglichkeiten, die es Ihnen ermöglichen, in Gefahrensituationen kompetent zu reagieren. Nachdem die Kinder auch ihre eigenen Schattenfiguren gebastelt haben, können sie das Erlebte nachspielen und in ihrem eigenen Sinne unter Anleitung der ErzieherIn weiterentwickeln.

Aufbauend bieten wir – in Absprache mit den ErzieherInnen – weitere Programme zu diesen Themenbereichen an, zu denen gehören z.B.:

  • „groß & stark“ – Kinder stärken mit allen Sinnen, spielerisch die Eigenwahrnehmung fördern und zum Ausdruck bringen
  • „Wenn ich wütend bin…“ – Gefühle erkennen, benennen und damit umgehen lernen, Spiel und Theater zum Thema Umgang mit Gefühlen
  • „Nein sagen“ und was tue ich, wenn ich nicht gehört werde, Übungen zum Hilfe-holen

Der Schutz von Kindern vor Gewalt braucht kompetente Erwachsene: Eltern und Fachkräfte. Allein kann sich ein kleines oder auch größeres Kind nicht ausreichend schützen. Es benötigt aufmerksame, dem Kind gegenüber feinfühlige und respektvolle Erwachsene, die ihm nicht zumuten, sich in Gefahren allein schützen zu sollen. „Wehr dich!“ reicht nicht, wenn das Kind nicht lernt, wie das effektiv und fair gehen kann und wann es andernfalls eine Eskalation riskiert, deren Folgen es niemals abschätzen, geschweige denn vermeiden kann.

Aber das Kind kann frühzeitig lernen und üben, sich Hilfe zu holen. „Petzen“ ist hier erlaubt und erwünscht! Kinder, die etwas beobachten, wahrnehmen oder hören, was ihnen komisch vorkommt, brauchen zur Klärung die Anleitung von Erwachsenen. Sie müssen lernen, einzuschätzen, ob eine für sie oder andere unbedeutende oder eine gefährdende Situation vorliegt. Kinder beobachten uns sehr genau, ob wir sie, ihre Fragen oder Äußerungen ernst nehmen und darauf  angemessen eingehen. „Klärt das unter euch“, oder „Man redet nicht über Andere“, sind Anweisungen, die nicht nur überfordern, sondern auch bedeuten können, Gefahr zu laufen, dass mögliche Probleme übersehen werden. Kinder spielen Erlebtes nach und können dabei die Grenzen von anderen Kindern zufällig oder auch absichtsvoll verletzen.

In spielerischer Form können Kinder lernen, Grenzen und Grenzverletzungen wahrzunehmen und dann in Abstand zu gehen und Stopps zu setzen.  Der Umgang mit Grenzen ist eine Schlüsselthematik für Kinder wie Eltern und ErzieherInnen. Er ist bedeutsam unter Gleichaltrigen, wie auch in der Familie oder zwischen Kind und Umfeld oder im Kontakt mit dem gefürchteten „Fremden“.

Ein Kind, das gelernt hat, ein sicheres und stabiles Gefühl für seine körperlichen und persönlichen Grenzen, seinen persönlichen Nahbereich, zu entwickeln und das gleichzeitig diese Grenzen, diesen Nahbereich bei anderen Menschen wahrnehmen und respektieren kann, läuft weniger Gefahr, in eskalative Gewalt- und Missbrauchssituationen verstrickt zu werden.

Schutz vor Gewalt kann erst entstehen, wenn warnende Empfindungen als Alarmsignale einer drohenden oder eingetretenen Grenzverletzung wahrgenommen und ernst genommen werden können – vom Kind selbst, von seinen Eltern und seinen ErzieherInnen. Die nächsten Schritte zur sicheren Hilfe können dann geübt und gebahnt werden.

Schon mit kleinen Kindern kann man dies trainieren – ebenso mit seinen Eltern und zuständigen Fachkräften. Wir tun dies regelmäßig auf Anfrage aus den Kitas und Horten. Wir empfehlen bei den Trainings die gleichzeitige  Nutzung unserer Fortbildungs- und Elternprogramme, um die Effektivität zu steigern und den sicheren Schutz durch die Ebene der Erwachsenen zu garantieren.