Sozial-Therapeutische Institut Berlin-Brandenburg

Das STIBB – Sozial-Therapeutische Institut Berlin-Brandenburg – e.V. ist als landesweit anerkannter freier und gemeinnütziger Träger der Jugendhilfe in Brandenburg seit 1991 im Bereich des präventiven und intervenierenden Kinderschutzes, der Erziehungs- und Familienberatung, der Opferhilfe und der Multiplikatorenarbeit tätig. 1993 hat der Verein die erste Kinderschutzeinrichtung im Land Brandenburg eingerichtet.

Das überregionale Beratungs- und Hilfezentrum hat seinen Hauptsitz in Kleinmachnow. Dem Hilfezentrum zugehörig sind der „Kindertreff Am Stern“ und die Zweigstelle „Haus der Prävention“ in Potsdam.

Zu dem multiprofessionellen Team des STIBB e.V. gehören Soziologen, Psychologen, Pädagogen, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter, die alle über therapeutische oder andere fachbezogene Zusatzqualifikationen verfügen. Es wird von zusätzlichen juristischen, medizinischen und wissenschaftlichen Fachkräften beraten. Die langjährig erfahrenen Beraterinnen und Berater arbeiten hausintern mit unterschiedlichen Zuständigkeiten in einem Netzwerk zusammen, das je nach Bedarf genutzt werden kann.

Unsere landesweite Kinderschutzarbeit begann 1992 mit dem ersten überregionalen Arbeitskreis Kinderschutz im SPFW, an dem inzwischen mehr als 700 Fachkräfte aus den Bereichen der Jugendhilfe, Schule, Kita,  Justiz und Polizei, Soziales und Gesundheit sowie aus Politik und Verwaltung beteiligt sind. Dieser interdisziplinäre Arbeitskreis ist eine langjährig bewährte beispielhafte Initiative für erfolgreiche Kooperation und Vernetzung im Bereich des Kinderschutzes. An den einzelnen Treffen nehmen inzwischen  80 bis 100 Teilnehmer aus allen Professionen und Regionen Brandenburgs sowie aus anderen Bundesländern teil. Hier werden die unterschiedlichsten Aspekte und Themen des professionellen Kinderschutzes erörtert und neue Formen der Verständigung und Kooperation zwischen den Fachkräften initiiert.

Das Institut hat 1993 im Rahmen eines Modellprojektes des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport die Aufgabe übernommen, neue Formen der Hilfen für misshandelte und missbrauchte Kinder zu entwickeln und sie an die Fachkräfte des Landes weiterzugeben. Mit dieser ersten Aufgabenstellung haben wir begonnen, neue Wege des Zugangs zu gefährdeten Kindern, Jugendlichen und ihren Familien zu erproben und die beteiligten Fachkräfte aus den unterschiedlichsten Professionen für den Kinderschutz zu sensibilisieren.

Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg unterstützt seit 1996 unsere landesweite Multiplikatorenarbeit zum Ausbau und zur Qualifizierung der Kinderschutzarbeit im Land. Neben dem oben angeführten Arbeitskreis haben wir mit Unterstützung des Landesjugendamtes Brandenburg eine Wanderausstellung „Un-heimliche Macht – Gegen sexuelle Gewalt an Kindern“konzipiert, die inzwischen an über 200  Orten im Land und auch in anderen Bundesländern gezeigt wurde und auch weiterhin lebhaft nachgefragt wird. Mit diesem Medium haben wir 2001 begonnen, die Fachkräfte und politisch Verantwortlichen auch in den ländlichen Regionen im Rahmen von Eröffnungs- und Informationsveranstaltungen miteinander ins Gespräch zu bringen und sie selbst als Multiplikatoren für den Kinderschutz zu gewinnen und zu schulen. Im Rahmen unserer präventiven Arbeit erhielten wir 2005 den Landespräventionspreis  für das Projekt: „Flächendeckende Prävention zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt unter Qualifizierung und Einbeziehung von regionalen Multiplikatoren“. Da wir seit Beginn unserer Arbeit die Schule, Horte und Kitas  als zentrale Orte für die Wahrnehmung von gefährdeten und betroffenen Kindern im Blickfeld haben – Orte, an denen in Not geratene Kinder und Jugendliche Vertrauenspersonen suchen und finden können, standen Schulen, Horte  und Kitas neben den Familien im Zentrum unseres präventiven Kinderschutzansatzes.

Zur Weiterentwicklung dieses Zugangs erhielt das Institut von Seiten des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg 1998 den Projektauftrag „Gegen Gewalt an Schulen“, in dessen Rahmen sowohl Lehrer als auch Schüler über Gewalt an und von Kindern informiert und über Trainings zu kompetentem Selbst- und Fremdschutz befähigt wurden und auch weiterhin werden. In weit  mehr als 20.000 Stunden der bisherigen überregionalen und regionalen Präventionsarbeit hat das STIBB Gewaltprävention und Kinderschutz an Schulen, Horte und Kitas verankert. Die Arbeit mit denErwachsenen und insbesondere mit den  Eltern spielt bei der Prävention in Schulen und Kindertageseinrichtungen ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Fachkräfte werden über die präventive Arbeit informiert und/oder können sich bei Interesse selbst an der vorbeugenden Arbeit beteiligen bzw. eigene Kompetenzen erwerben.

Als Facheinrichtung können wir seit 2005 im Auftrag des Ministeriums der Justiz im Rahmen unseres überregionalen Projektes „Sozialpädagogische Hilfen für kindliche Opferzeugen und ihre Familien im Strafverfahren bei Sexualdelikten“ Information, Unterstützung und Begleitung anbieten. Mit Hilfe dieses Projektes können sowohl der Opferschutz für betroffene Kinder als auch die strafrechtliche Abwehr weiterer Gefährdungen gestärkt werden.

Für den von Beginn an beteiligten Landkreis Potsdam-Mittelmark  (PM) und die Landeshauptstadt Potsdam hat das STIBB eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle eingerichtet, die neben den allgemeinen Erziehungsfragen auch den Kinderschutz im Zentrum hat.  Im Landkreis Teltow-Fläming (TF) können wir ebenso wie im Landkreis Potsdam-Mittelmark und in Potsdam mit einem begrenzten Stundenkontingent anonym beraten. Für weitere Einzelfälle sind wir darüber hinaus nach Bedarf und Anfrage auch in anderen Kreisen des Landes tätig. Insgesamt haben wir bisher weit mehr als 7.000 Kinder und ihre Familien direkt beraten und unterstützt. Für die Landeshauptstadt haben wir seit 1996 einen zusätzlichen Kinderschutzauftrag erhalten, mit dem wir in der Lage sind, Kinder umfassender zu stärken und Kinder bei Bedarf effektiver zu schützen, Gefährdungen konkret einzuschätzen und in Kooperation mit den beteiligten Insitutionen abzuwenden. Für die beiden von Anfang an beteiligten Jugendämter und unsere Kommunen leisten wir zusätzlich offene Kinder- und Jugendarbeit vor Ort.

Diese vielfältige integrierte Praxis des STIBB bietet auch den Fachkräften des Landes eine bisher einmalige Netzwerkerfahrung aus einer Hand, die es ermöglicht, sie in ihren unterschiedlichen Arbeitsfeldern und Aufgabenstellungen qualifiziert zu beraten und sie bei der Entwicklung von Kooperationen und Vernetzungen in ihren Regionen oder auch in Einzelfällen zu unterstützen.