Bitte um Unterstützung und Beistand für unsere Kinderschutzarbeit

Sehr geehrte Damen und Herren,

Gewalt an und von Kindern und Jugendlichen ist eine traurige Realität, die niemand gerne wahrnimmt. Um die gewaltbetroffenen Kinder dennoch nicht alleine zu lassen und ihnen kompetent und adäquat zu helfen, bedarf es dringend unserer verstärkten Wahrnehmung, Beachtung und unserer Mithilfe. Nur gemeinsam mit den Eltern können wir dieser Realität wirksam und effektiv begegnen.

Als erste Kinderschutzeinrichtung im Land Brandenburg haben wir seit der Eröffnung unseres Institutes 1993 vom Land Brandenburg, den Städten, Kreisen und Kommunen Förderung und Unterstützung für unsere präventive und intervenierende Kinderschutz- und Opferhilfe erhalten. Dennoch bedurfte es eines großen Engagements und vielen zusätzlichen ehrenamtlichen Stunden unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um den notwendigen Schutz und die Hilfen für von physischer, psychischer und sexueller Gewalt betroffen und bedrohten Kinder und ihre Familien zu gewährleisten. Um den aktuell gestiegenen Bedarf an individuellen, familiären und auch institutionellen Maßnahmen tatsächlich auch nur annähernd zu erfüllen und diese wichtige Aufgabe mittel- und langfristig zu sichern, sind wir auf weitere Sponsoren und Förderer unserer Kinderschutzarbeit dringend angewiesen.

Auch der Runde Tisch hat zur Verbesserung des Kinderschutzes auf die Bedeutung der fachkompetenten und kooperativen Kinderschutzhilfen deutlich hingewiesen. Damit bedrohte und geschädigte Kinder in ihren Familien tatsächlich frühzeitig erreicht werden und auch die Hilfe erhalten, die sie zur Abwendung ihrer Not brauchen, bedarf es neben der Vernetzung der beteiligten Fachkräfte insbesondere vielfältiger und hoch flexibler Angebote und Maßnahmen, die nur sehr begrenzt gefördert werden.

Grundsätzlich steht das Kind im Zentrum unserer Bemühungen. Seine Erziehung und die Sicherung seines Schutzes sowie die Abwendung von Risiken ist die Aufgabe der Eltern, die unter hohem Erwartungsdruck zunehmend der gemeinschaftlichen Unterstützung bedürfen. Kinderschutzprobleme sind häufig durch vielfältige Bedingungs- und Belastungsfaktoren in Familien oder auch in Instiutionen verursacht, die es zum Schutze der Kinder zu minimieren bzw. zu beheben gilt.

Damit Familien uns auch in Krisensituationen erreichen können, haben wir von montags bis freitags eine 10-stündige Telefonbereitschaft von 9.00 -19.00 Uhr eingerichtet. Wir sind bereit, Familien und Einrichtungen bei akuten Konflikten schnellstmöglich aufzusuchen und zu beraten. Gleichzeitig unterstützen wir die Hilfesuchenden mit unseren Fahrdiensten zur Beratungsstelle, mit Betreuungs- und Begleitungsangeboten oder auch bei akuten Fällen mit unserer anonymen Schutzwohnung, damit eine Gefährdung durch fortgesetzte Gewalt oder Bedrohung gestoppt werden kann. Für diesen Kinderschutzbereich, wie auch für einen großen Teil unserer landesweiten präventiven Arbeit, benötigen wir dringend zusätzliche finanzielle Unterstützung. Damit wir die Notleidenden auch vor Ort tatsächlich umgehend erreichen und Gefährdungen von Kindern umgehend begrenzen oder vorbeugend wirken können, brauchen wir eine Unterstützung für die Fahr- und Betreuungsdienste vor Ort, die sich in der Vergangenheit sehr bewährt haben.

Nicht nur die spektakulären Einzelfälle, von denen die Medien berichten, machen uns Sorgen, sondern die alltägliche Not und das oft Jahre andauernde Leid junger Menschen, die Bedrohung, Gewalt, Vernachlässigung, körperliche und seelische Misshandlung und sexuellen Missbrauch erleben müssen.

Aus dem Kreislauf der Gewalt und der Abhängigkeit können die kindlichen und jugendlichen Opfer nur selten ohne Hilfe von Erwachsenen aussteigen und sich zur Wehr setzen. Allein auf sich gestellt, fühlen sich die Kinder schuldig, ohnmächtig und ausgeliefert. In Ermangelung schützender Personen passen sie sich den Aggressoren an und übernehmen deren Sichtweisen und Verhaltensmuster, um die eigenen Lebensängste, Schmerzen und Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit nicht mehr spüren zu müssen. Nicht selten haben die Opfer mit langwierigen bis lebenslänglichen Beeinträchtigungen zu kämpfen, die sich über Generationen fortsetzen können. Von Gewalt betroffene Kinder werden zu Eltern, die häufig ihre eigenen Kinder nicht ausreichend schützen oder auch selbst zum Täter bzw. zum Mittäter werden können.

Um den aktuellen Schutz von Kindern sicherzustellen und potentielle Schädigungen zu begrenzen, konfrontieren wir die Aggressoren und Täter. Unsere Ziel ist es, Ihnen Einhalt zu gebieten und damit den notwendigen Schutz zu gewährleisten,  eine Einsicht in das schädigende Verhalten zu erreichen und ihn/sie zur Übernahme der (Selbst-) Verantwortung zu bewegen. Hierzu gehört auch die Sensibilisierung des Umfeldes in BEzug auf Täter-Strategien und Täter-Opfer-Dynamik.

In Fällen von Strafanzeigen begleiten wir die Opfer und ihre Angehörigen bis zur Hauptverhandlung. Als Vertrauensbeistand tragen wir dazu bei, die Opfer so zu stärken, dass ihre Aussagen gerichtsverwertbar sind und Sekundärschädigungen im Verlauf des juristischen Verfahrens soweit als möglich vermieden werden.

Das STIBB e.V. hat seit der Eröffnung des Beratungs- und Hilfezentrums 1993 eine integrierte und vernetzte Kinder- und Opferschutzarbeit entwickelt. Sie umfasst sowohl ambulante intervenierende als auch präventive, informierende und fortbildende Angebote für die Bereiche der Jugendhilfe, Justiz, Polizei und Medizin. Über 7000 Kinder und Erwachsene haben wir in den vergangenen 18 Jahren beraten und weit mehr als 15.000 Kinder und Erwachsene über Themen des Kinderschutzes informiert. Der Bedarf an Hilfe und Information nimmt täglich zu.

Aufgrund der knappen öffentlichen Kassen benötigt unsere Kinderschutz- und Opferarbeit dringend weitere Spenden. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Hilfeangebote für die von Gewalt bedrohten und betroffenen Kinder und Familien unterstützen. Als landesweit anerkannter gemeinnütziger freier Träger der Jugendhilfe sind wir zur Ausstellung einer Spendenquittung berechtigt. Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

Unsere Bankkonten:

Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam
Kto.: 35233 02187 – BLZ 160 500 00

Berliner Volksbank 14532 Kleinmachnow
Kto.: 179 134 8001 – BLZ 100 900 00

Mit verbindlichstem Dank für Ihr Interesse, verbleiben wir mit freundlichen Grüßen,

Annelie Dunand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Beratungs- und Hilfezentrums