Was ist das Besondere unserer Opferhilfe?

Wir stellen kindliche Opfer und ihre Bedürfnisse ins Zentrum unserer Arbeit, um

  • den sicheren Schutz vor Gewalt und Missbrauch zu verbessern
  • die Bezugspersonen für den Kinder- und Opferschutz zu sensibilisieren
  • Eltern zu unterstützen, kindliche Hilferufe und Signale ernst zu nehmen
  • den Umgang mit Anfangsverdacht und vorliegendem Missbrauch zu schulen
  • Kindern, Familien und weiteren Bezugspersonen Rückhalt zu geben
  • Opfer und Eltern zu ermutigen, das Schweigen zu brechen
  • Selbstschutz und Gegenwehr zu aktivieren
  • über strafrechtliche Maßnahmen und sozialpädagogische Hilfen zu informieren

Was bieten wir potentiellen kindlichen Opfern und ihren Angehörigen an?

  • Sofortige (telefonische) themenspezifische Beratung für die Hilfesuchenden
  • Einzelfallbezogene Beratungssettings für Kinder und Angehörige
  • Bedarfs- und themenspezifische Wissensvermittlung sowie fachliche Begleitung
  • Beratung vor Ort und Fahrdienste bei besonderem Bedarf
  • Hilfestellung für weitere Beteiligte und präventive Maßnahmen für das Umfeld
  • Begleitung im Rahmen von Strafverfahren und psychosoziale Prozessbegleitung

Wie beraten und begleiten wir potentielle kindliche Opfer und ihre Angehörige?

  • Orientierung am Bedarf, den Fragen und Wünschen der Hilfesuchenden
  • Fachliche Unterstützung für den Umgang mit Betroffenen und Angehörigen
  • Förderung der Anzeigebereitschaft und Aussagefähigkeit der Opfer
  • Entlastung und Stärkung der betroffenen Minderjährigen und ihrer Familien
  • Begleitung von Opfern und Eltern zur Polizei, Ärzten, Ämtern und Gerichten
  • Nachsorge und Vermittlung weiterer Hilfemaßnahmen

Kinder, die Opfer von sexuellem Missbrauch geworden sind, bedürfen einer besonderen Form der Beachtung, Ansprache und Unterstützung, damit sie in ihren Ängsten und Nöten nicht allein gelassen und ihre Hilferufe verstanden werden. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es eines offenen und auf den jeweiligen Einzelfall flexibel ausgerichteten Hilfeangebotes, das von den kindlichen Opfern und ihren Familien mit ihren jeweils spezifischen Anliegen angenommen werden kann.

BeraterInnen wissen um die kindlichen Belastungsfaktoren der verletzten Kinder, sie kennen die Angst, dass ihnen nicht geglaubt wird, die Angst ihre Eltern zu verlieren oder die Angst vor für sie nicht überschaubare Konsequenzen in Bezug auf ihre Aussage. Sie wissen um die Scham und Schuldgefühle und die vielfältigen Belastungen durch nicht immer angemessene Reaktionen in den Familien.

In den meisten Fällen von sexueller Gewalt bedeutet die Viktimisierung eine erhebliche Stresssituation, deren zentraler Inhalt ein überwältigendes Gefühl von eigener Ohnmacht und Hilflosigkeit ist, mit folgenschweren Auswirkungen für das Opfer.

Unsere Erfahrungen im Umgang mit kindlichen Opfern haben gezeigt, dass jedes Opfer sein eigenes Muster und seine eigenen Überlebensstrategien hat, auf sexuellen Missbrauch, Gewalt und Geheimniszwang zu reagieren, und dass die Folgen individuell verschieden sein können.

Zu unseren Standards der Opferhilfe gehören neben dem niedrigschwelligen Angebot vor allem die Vermeidung von Wartezeiten, die Hilfeangebote vor Ort, das Angebot der getrennten Berater für das betroffene Kind und seine Eltern, die Vermittlung der kindlichen Interessen gegenüber den Eltern und weiteren Familienangehörigen sowie bei Bedarf auch Fahrdienste und Betreuung vor Ort bzw. in der Beratungsstelle. Durch unsere umgehende Hilfestellung, d. h. spätestens innerhalb von 48 Stunden, können sowohl innerfamiliäre Krisen, die die Opfer zusätzlich belasten, begrenzt und Sekundärschädigungen weitgehend vermieden werden.