Prävention

Das STIBB bietet in Kitas und Schulen Prävention gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an.  Die verschiedenen Präventionsprogramme wurden von den Mitarbeitern im STIBB selbst entwickelt. Unser Präventionsangebot wird entsprechend den jeweiligen Institutionen, Zielgruppen und Aufgabenstellungen unterschiedlich gestaltet. Alle präventiven Angebote können entsprechend dem Bedarf zusammengestellt und mit den Fachkräften der Schulen und Kindertageseinrichtungen geplant und gemeinsam durchgeführt werden.

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Schutz, Geborgenheit, Förderung, Stärkung und aktive Teilhabe, heißt es in der UN-Kinderschutzkonvention. Diese Rechte gilt es bekannt zu machen und präventiv zu sichern. Den Schutz der Mädchen und Jungen zu verbessern, ist unser Anliegen und unsere Aufgabe. Je früher und kooperativer wir gemeinsam Präventionsangebote realisieren können, desto effektiver und nachhaltiger kann der Kinderschutz verbessert werden.

Alle Präventionsangebote werden stets von 2 Fachkräften (SozialpädagogInnen/ PädagogInnen/ PsychologInnen) durchgeführt.

Die Präventionsangebote haben zum Ziel:

  • Selbstwahrnehmung, Selbstschutz und Gegenwehr zu üben
  • altersangemessenes Wissen über Grenzsetzung und Hilfeholen zu vermitteln
  • Kinder in ihrer Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit zu stärken
  • die Wahrnehmung von Gefühlen und das Benennen von Wünschen zu fördern
  • Handlungskompetenzen mit unangenehmen Situationen zu vermitteln
  • den Erwerb von sozialen, emotionalen und medialen Kompetenzen zu fördern
  • Erwachsene zu befähigen, kindliche Bedürfnisse zu beachten und zu schützen

Angebote der Fachberatung:

  • Bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung bieten wir für MitarbeiterInnen – auch kurzfristig – Fachberatungen durch unsere „insoweit erfahrene Fachkraft“ bei Kindeswohlbelangen.
  • Wir bieten Fachgespräche und Begleitung in akuten Krisenfällen in Schulen und Kitas an.
  • Als Fachberatungsstelle für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs beraten wir Fachkräfte aus allen Professionen, die mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt stehen, insbesondere im Umgang mit Verdacht von sexuellem Kindesmissbrauch und begleiten sie bei der Klärung der Gefährdung.

Eltern sind in unserer Kinderschutzarbeit immer von entscheidender Bedeutung, so auch in der Prävention. Sie sind für uns wichtige Ansprechpartner, um die Kinder vor Beeinträchtigungen, Gefahren und Schädigungen zu schützen. Als Eltern tragen sie ein großes Maß an Verantwortung für die Sicherheit und den Schutz ihrer Kinder, wozu wir Information und Unterstützung geben können. Zu den zentralen Aufgaben unserer Berater für Kinderschutz gehören die Sensibilisierung für die Bedürfnisse und Interessen der Kinder und Jugendlichen und die Realisierung ihrer Teilhabe und Beteiligung in allen Belangen, die sie betreffen. Gerne möchten wir die Eltern selbst als „Kinderschützer“ aktivieren und auch für Ihr Wohl mit Sorge tragen.

Finanzierung:

Die Weiterbildung für die Lehrkräfte kann über das Schulamt beantragt und finanziert werden. Umfangreiche Präventionsangebote für Schulen können auch über diese im Zusammenhang mit Kooperationsverträgen, Fördervereinen oder kommunalen Mittel mit gefördert werden. Die Unterstützung der Fachkräfte bei Fragen zum Kinderschutz und zur Gewaltprävention im Land Brandenburg ist kostenfrei. Insgesamt empfehlen wir für die einzelnen Präventionsmaßnahmen eine konkrete Absprache mit uns.

Unsere Präventionsangebote

Erzählgeschichte „Wir sagen Bescheid!“

Das Präventionsprogramm bietet Kindern im Alter von 5 bis 7 Jahren die Möglichkeit, frühzeitig zu lernen, wie sie selbst mit Konflikten, Belästigungen, Bedrohungen und Gewalt erfolgreich umgehen können.

„Wir sagen Bescheid!“ ist eine Erzählgeschichte in Bildern mit Elementen unseres präventiven Schattentheaters für die ersten beiden Klassenstufen. Die Geschichte handelt von dem Mädchen Paula, das Versuchungen widersteht und in ihrer Bedrängnis aktiv Hilfe holt. Als bewegliches Bilderbuch informiert sie die Kinder zum Umgang mit Gefahren, unheimlichen Situationen und möglichen Belästigungen. In kurzen Szenen werden Reaktionen und Selbstschutz prägnant dargestellt.

Gewaltprävention mit Videofilm „Gib nicht auf!“

Das Präventionsprogramm „Gib nicht auf!“ ist für Kinder ab 8 Jahre geeignet und versteht sich als wichtiger Baustein im Rahmen der schulischen Gewaltprävention.

Das Video zum Schattentheater „Gib nicht auf“ zeigt die Geschichte von einem Mädchen Jule und einem Jungen Max, die Opfer von sexueller Gewalt sind und mit unterschiedlichen Befreiungsstrategien aus der Machtdynamik reagieren. Da Freunde der Kinder häufig die ersten Ansprechpartner für die Betroffenen sein können, werden im Video auch deren Rolle, Möglichkeiten und Grenzen deutlich gezeigt und Handlungskompetenzen vermittelt. Das Thema des Videos wird von unseren Fachkräften intensiv vorbereitet und sensibel begleitet.