IMG-20140723-WA0005 (1)Das  Sozial-Therapeutische Institut Berlin-Brandenburg – STIBB e. V. ist als landesweit anerkannter freier und gemeinnütziger Träger der Jugendhilfe in Brandenburg seit 1991 im Bereich des präventiven und intervenierenden Kinderschutzes, der Erziehungs- und Familienberatung, der Opferhilfe, der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Multiplikatorenarbeit und fachlichen Begleitung tätig. 1993 hat der Verein die erste Kinderschutzeinrichtung im Land Brandenburg eingerichtet. 1995 wurde der erste Kindertreff in Potsdam eingerichtet.

Das überregionale Beratungs- und Hilfezentrum hat seinen Hauptsitz in Kleinmachnow. Ihm zugehörig sind der „Kindertreff am Stern“ und die Zweigstelle „Haus der Prävention“ in Potsdam-Babelsberg. Zur Unterstützung der landesweiten Versorgung haben wir eine Arbeit vor Ort sowie Fahrdienste etabliert.

Zu dem multiprofessionellen Team des STIBB e. V. gehören Psychologen, Psychotherapeuten, Soziologen, Sozialpädagogen, Pädagogen und Sozialarbeiter, die alle über therapeutische oder andere fachbezogene Zusatzqualifikationen bzw. über eine Qualifikation zur insoweit erfahrenen Fachkraft verfügen. Das Team wird von zusätzlichen juristischen, medizinischen und wissenschaftlichen Fachkräften beraten. Die erfahrenen Beraterinnen und Berater arbeiten hausintern mit unterschiedlichen Zuständigkeiten in einem Netzwerk zusammen, das je nach Bedarf genutzt werden kann.

Unsere landesweite Kinderschutzarbeit begann 1992 mit dem ersten  überregionalen Arbeitskreis Kinderschutz im Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB), an dem sich inzwischen mehr als 1.000 Fachkräfte aus den Bereichen der Jugendhilfe, Schule, Polizei und Justiz, Soziales und Gesundheit sowie aus Politik und Verwaltung beteiligt haben. Dieser interdisziplinäre Arbeitskreis ist eine langjährig bewährte beispielhafte Initiative für gute Kooperation und Vernetzung im Bereich des Kinderschutzes und der Opferhilfe, an dem Fachkräfte aus allen Regionen Brandenburgs, aus Berlin und aus anderen Bundesländern beteiligt sind. Das interdisziplinäre Netzwerk tagt viermal im Jahr in Zusammenarbeit mit der Fortbildungsstätte des SFBB in Berlin. Zu den jeweiligen Fachtagen werden Referenten*innen und Teilnehmer*innen aus den verschiedensten Professionen zu aktuellen Themen eingeladen. Hier werden die unterschiedlichsten Aspekte des professionellen Kinderschutzes erörtert und neue Formen der Verständigung und Kooperation zwischen den Fachkräften initiiert.

Das Institut hat 1993 im Rahmen eines Modellprojektes des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport die Aufgabe übernommen, neue Formen der Hilfen für misshandelte und missbrauchte Kinder zu entwickeln und sie im Rahmen von Schulungen an die Fachkräfte des Landes weiterzugeben. Mit dieser ersten Aufgabenstellung haben wir begonnen, neue Wege des Zugangs zu gefährdeten Kindern, Jugendlichen und ihren Familien zu erproben, ihnen passgenaue Hilfen anzubieten und die beteiligten Fachkräfte aus den unterschiedlichsten Professionen für den Kinderschutz zu sensibilisieren.

Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg unterstützt seit 1996 unsere landesweite Multiplikatorenarbeit zum Ausbau der Kinderschutzarbeit im Land und hier insbesondere die fachliche Begleitung und Qualifizierung der Fachkräfte im Umgang mit sexuellem Kindesmissbrauch. Neben dem oben angeführten Arbeitskreis haben wir 2001 mit Unterstützung des Landesjugendamtes Brandenburg die Austellung Wanderausstellung „Un-heimliche Macht – Gegen sexuelle Gewalt an Kindern“ konzipiert, die inzwischen an über 320 Orten im Land und auch in anderen Bundesländern gezeigt wurde und auch weiterhin nachgefragt wird. Mit diesem Medium haben wir 2001 begonnen, die Fachkräfte und politisch Verantwortlichen auch in den ländlichen Regionen im Rahmen von Eröffnungs- und Informationsveranstaltungen miteinander ins Gespräch zu bringen und sie selbst als Multiplikatoren für den Kinderschutz zu gewinnen und zu schulen. Im Rahmen unserer präventiven Arbeit erhielten wir den Landespräventionspreis 2005 für das Projekt: „Flächendeckende Prävention zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt unter Qualifizierung und Einbeziehung von regionalen Multiplikatoren“.

Seit Beginn unserer Kinderschutzarbeit haben wir Schule, Hort und Kita als zentrale Orte für die Wahrnehmung von gefährdeten und betroffenen Kindern im Blickfeld. Es sind die Orte, an denen in Not geratene Kinder und Jugendliche Vertrauenspersonen suchen und finden können. Dieser vernetzte präventive Kinderschutzansatz wurde 2012 durch das Bundeskinderschutzgesetz bestätigt. Es verpflichtet alle Institutionen, die mit Kindern in Kontakt stehen, zu einer verlässlichen Zusammenarbeit und der umgehenden Klärung bei Wahrnehmung von potentieller Kindeswohlgefährdung.

Der STIBB e. V. erhielt 1999 von Seiten des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg den Projektauftrag „Gegen Gewalt an Schulen“, in dessen Rahmen sowohl Lehrer als auch Schüler über Gewalt an und von Kindern informiert und über Trainings zu kompetentem Selbst- und Fremdschutz befähigt wurden. Weitere regionale Projekte wie z. B. „Gewaltfreies Leben lernen“ folgten diesem Landesauftrag. In mehr als 23.000 Stunden unserer bisherigen überregionalen und regionalen Präventionsarbeit hat das STIBB Gewaltprävention und Kinderschutz an Schulen, Kitas und anderen Einrichtungen verankert. Die Arbeit mit den Eltern spielt bei der Gewaltprävention in Schulen und Kitas ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Erziehungsberechtigten werden über die präventive Arbeit informiert und/oder können sich selbst an der vorbeugenden Arbeit beteiligen bzw. eigene Kompetenzen für den Schutz ihrer Kinder erwerben.

Als Facheinrichtung bieten wir seit 2005 im Auftrag des Ministeriums der Justiz des Landes Brandenburg im Rahmen unseres überregionalen Projektes  „Sozialpädagogische Hilfen für kindliche Opferzeugen und ihre Familien im Strafverfahren bei Sexualdelikten“ Information, sozialpädagogische Beratung, Begleitung und Unterstützung an. Mit Hilfe dieses Projektes können landesweit sowohl der Opferschutz und die fachliche Begleitung für kindliche und jugendliche Opfer(-Zeugen/Innen) als auch die strafrechtliche Abwehr weiterer Gefährdungen gestärkt werden.

Von Beginn an hat der STIBB e. V. für den Landkreis Potsdam-Mittelmark und die Landeshauptstadt Potsdam eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle gemäß §28 SGB VIII eingerichtet, die neben den allgemeinen Erziehungsfragen auch den Kinderschutz zum Schwerpunkt hat. Im Landkreis Potsdam-Mittelmark und in der Landeshauptstadt Potsdam sowie im Landkreis Teltow-Fläming können wir die Hilfesuchenden anonym beraten. Darüber hinaus beantragen die Familien die Hilfen zur Erziehung beim zuständigen Jugendamt. Für Einzelfälle sind wir je nach Bedarf und Anfrage über unsere regionale Zuständigkeit hinaus auch in anderen Kreisen und Städten des Landes tätig. Insgesamt haben wir bisher weit mehr als 8.500 Kinder und ihre Familien direkt unterstützt.

Für die Landeshauptstadt hatten wir über 15 Jahre lang einen zusätzlichen Kinderschutzauftrag, mit dem wir in der Lage waren, Kinder und Jugendlichen in akuten Not- und Krisensituationen umfassender zu stärken und sie bei Bedarf effektiver zu schützen.

Um Folgen und Schädigungen der Kinder und Jugendlichen zu begrenzen, ist es zentral wichtig, akute oder vermutete Gefährdungen konkret einzuschätzen und sie in Kooperation mit den beteiligten Institutionen abzuwenden. Zur Unterstützung der Gefährdungsklärung können wir auch als „insoweit erfahrene Fachkräfte“ für alle weiteren am Kinderschutz beteiligten Berufsgruppen tätig werden.

Für die beiden von Anfang an beteiligten Jugendämter und unsere Kommunen leisten wir zusätzlich offene Kinder- und Jugendarbeit vor Ort in Potsdam Am Stern und in Kleinmachnow.

Das ganzheitliche Kinderschutzangebot und die vielfältig erprobte Praxis des STIBB e. V.  bieten den Fachkräften des Landes eine bisher einmalige Netzwerkerfahrung aus einer Hand, die es ermöglicht, sie in ihren unterschiedlichen Arbeitsfeldern und Aufgabenstellungen qualifiziert zu beraten und sie bei der Entwicklung von Kooperationen und Vernetzungen in ihren Regionen oder auch in Einzelfällen zu unterstützen.