Das Institut

Das Sozial-Therapeutische Institut Berlin-Brandenburg – STIBB e.V. ist als landesweit anerkannter freier und gemeinnütziger Träger der Jugendhilfe in Brandenburg seit 1993 im Bereich des präventiven und intervenierenden Kinderschutzes, der Erziehungs- und Familienberatung, der Opferhilfe, der offenen Kinder- und Jugendarbeit und in der Multiplikatorenarbeit und fachlichen Begleitung tätig.

Die Arbeit im STIBB ist konfessionell und parteipolitisch unabhängig und den gesetzlichen Vorgaben und fachlichen Standards des modernen Kinderschutzes verpflichtet. Zudem ist die Beratung im STIBB unbürokratisch, kostenlos, schnell und flexibel.

Wo sind wir tätig?

Das überregionale Beratungs- und Hilfezentrum hat seinen Hauptsitz in Kleinmachnow. Ihm zugehörig sind der „Kindertreff am Stern“ und die Zweigstelle „Haus der Prävention“ in Potsdam-Babelsberg. Wir sind im Landkreis Potsdam-Mittelmark und in der Stadt Potsdam tätig. Unser Opferhilfeabgebot bieten auch an im ganzen Land Brandenburg an. Zur Unterstützung der landesweiten Versorgung haben wir eine Arbeit vor Ort sowie Fahrdienste etabliert.

Das Team:

Zu dem multiprofessionellen Team des STIBB e.V. gehören SozialpädagogInnen, PsychologInnen, PädagogInnen, und SozialarbeiterInnen, die alle über therapeutische oder andere fachbezogene Zusatzqualifikationen bzw. über eine Qualifikation zur insoweit erfahrenen Fachkraft verfügen. Das Team wird zusätzlich von juristischen, medizinischen und wissenschaftlichen Fachkräften beraten. Die erfahrenen Beraterinnen und Berater arbeiten hausintern mit unterschiedlichen Zuständigkeiten in einem Netzwerk zusammen.

Leitgedanke:

Der wichtigste Leitgedanke, nach dem wir im STIBB arbeiten lautet „Im Zentrum steht das Kind!“. Da Kinder ihre Gefühle und Gedanken nicht immer so direkt verbalisieren können wie Erwachsene und sie zudem auf den Schutz und die Unterstützung der Erwachsenen angewiesen sind, legen wir besonderen Wert darauf besonders dem Kind Gehör zu schenken. Wir möchten Kindern Raum geben sich zu öffnen, sie auch getrennt von den Eltern beraten um so ihre Ängste und negativen Gefühle wahrnehmen und verstehen zu können und ihnen so eine gute Unterstützung zu bieten sie gut zu stärken.

Basierend auf einer ganzheitlichen Sichtweise ist uns im STIBB wichtig, alle relevanten Faktoren, einschließlich dem sozialen Netzwerk der Klienten in den Blick zu nehmen um Problemsituationen nachhaltig und möglichst effektiv lösen zu können. Ressourcen der Klienten sollen gestärkt und „Selbsthilfekräfte“ aktiviert werden, um Eigeninitiative und Selbstvertrauen zu fördern und damit auch zukünftige Herausforderungen und Belastungen bestmöglich bewältigt werden können.

Unsere landesweite Kinderschutzarbeit zum Ausbau der Kinderschutzstrukturen und zur Qualifizierung der Fachkräfte im Land wird vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg mitfinanziert. Unsere Kinderschutzaufgaben sowie die präventiven Maßnahmen, die Beratung und die Qualifizierung der Fachkräfte werden von der Stadt Potsdam und dem Landkreis Potsdam – Mittelmark im Rahmen eines Kontingentes mit gefördert.

Das ganzheitliche Kinderschutzangebot und die vielfältig erprobte Praxis des STIBB e.V.  bieten den Fachkräften des Landes eine bisher einmalige Netzwerkerfahrung aus einer Hand, die es ermöglicht, sie in ihren unterschiedlichen Arbeitsfeldern und Aufgabenstellungen qualifiziert zu beraten und sie bei der Entwicklung von Kooperationen und Vernetzungen in ihren Regionen oder auch in Einzelfällen zu unterstützen.

 

Beratungshilfen in komplexen Systemen

Der von uns aufgebaute vielfältige Zugang zu den Kinder, Familien und zuständigen Fachkräfte vor Ort hat uns in den vergangen Jahren vielfältige Erfahrungen ermöglicht, was sowohl den Zugang zu Familien als auch die Problemwahrnehmung in komplexen Systemen, in denen Familien mit Kindeswohlgefährdungen leben können, betrifft.

Die Synergie von praktischer Kinderschutzarbeit in Einzelfällen und von Prävention in Institutionen, die für Kinder zuständig sind, kommt nicht nur dem Zugang der Fachkräfte zu unserem fachspezifischen Kinderschutzangebot zugute, sondern bietet diesen vor allem Gelegenheit, die differenzierten Arbeitsweise der Kolleginnen und Kollegen des STIBB e. V. konkret kennen und nachvollziehen zu lernen. Auf diese Weise können die eigenen Fragestellungen der FachkollegeInnen sowohl direkt und konkret mit eingebracht als auch in der eigenen Praxis überprüft und bei Bedarf auch begleitend weiterentwickelt bzw. korrigiert werden.

Im Zentrum unserer fachlichen Einzelbegleitung steht der Hilfesuchende und sein Anliegen. Gemeinsam mit ihm suchen wir zunächst nach Lösungswegen, die er selbst bzw. in Unterstützung seinem/r KollegenIn gehen kann; bei Bedarf fahren wir vor Ort, zum Beispiel in Schule oder Kindergarten, und in Einzelfällen kommen z.B. aus Beratungsstellen Fachkräfte selbst mit den Familien zu uns, um mit ihnen und uns gemeinsame Lösungswege für das anstehende Kinderschutzproblem zu finden.

Unsere Erfahrungen in der Beratungspraxis im Umgang mit den komplexen Kinderschutzproblemen zeigen, das Wissen um vielfältige Möglichkeiten und Grenzen von verschiedensten Hilfeformen den Zugang erleichtern können. Mit der Möglichkeit den Familien unterschiedliche und flexible Hilfemöglichkeiten anzubieten, haben diese eine Wahlmöglichkeit und sind auch darüber selbst am Hilfeprozess beteiligt. Auf diese Weise konnten wir in der Vergangenheit in vielen von uns begleiteten Fällen eine Verschärfung von Kindeswohlgefährdungen im konkreten Einzelfall verhindern bzw. beheben.

Dabei gilt unser Arbeitsansatz, das bedrohte und/oder betroffene Kind in seinem gesamten Lebenskontext wahrzunehmen, ihm und seiner Familie Hilfe und Unterstützung in den von ihnen selbst angesprochenen Belangen zukommen zu lassen, bzw. die Familie so zu begleiten, dass sie diese Hilfe von dritter Seite erhält. Hier ist eine gute Kooperation nicht nur sinnvoll sondern häufig entscheidend für den Erfolg. Familien, die sich vertreten und ernst genommen fühlen, sind eher bereit ihre tatsächlichen Probleme zu benennen und mit den Helfern offen zu kooperieren. Gleichzeitig haben auch wir die Erfahrung machen müssen, dass es hoch Risiko belastete Familien gibt, die trotz deutlicher Problemlage sich gegenüber den BeraterInnen sehr zurückhaltend, testend, manipulierend oder auch misstrauisch verhalten. Hier gilt es nicht aufgrund persönlicher Unsicherheiten und/oder Resignation bei dem Auftauchen von Widerständen auf halber Strecke stehen bleiben. Das Gefühl von Hilflosigkeit, dass auch wir in unserer alltäglichen Kinderschutzarbeit kennen, werten wir als wichtiges Signal, dringend kreativ zu werden. Hier ist der weitere Umgang mit den Familien und Kindern vom Einzelfall abhängig. Grundsätzlich suchen wir selbst jedoch in solchen Fällen jede Form der Reflexion und Neuorientierung, um im Kontakt zu bleiben. Eine erste Orienteirung für die Fachkolleginnen und –kollegen kann hier auch sein, dass wir Gefühle von „Nichtweiterwissen“ und Hilflosigkeit, die uns quasi in die Situation des Kindes versetzt, heute vor den Klienten in angemessener Weise formulieren und Sie bitten, uns bei der Neuorientierung zu Ihren Gunsten mit zu unterstützen.

Unsere fachliche Haltung, weder zu dramatisieren noch zu bagatellisieren, sondern die vorliegenden Probleme, Konflikte und Sorgen um das Kindeswohl konsequent bis zur Lösung oder zur Klärung einer weiteren Perspektive zu begleiten und zu stützen, brachte in vielen Einzelfällen positive Veränderungen für die Kinder in ihrem jeweiligen sozialen Kontext.

Viele Fragen konnten auch in gemeinsamen Beratungen geklärt werden, einige Fälle bedurften jedoch weitergehender Hilfen und Maßnahmen, die im Einzelfall abgewogen, abgesprochen und zielgerichtet eingesetzt werden mussten.

Im Rahmen der Fachberatung mit dem STIBB e. V. gibt es verschiedene Möglichkeiten von einzelnen Fachberatungen, intensiver fachlicher Begleitung bei anstehender Krisenintervention und bei Risikofamilien bis hin Teamgesprächen und Helferrunden.

Unser Ziel ist es, die Ressourcen der Fachkräfte ebenso wie auch ihre spezifischen Aufgabenstellungen wahrzunehmen und zu respektieren und gemeinsam die verschiedenen Lösungswege zu diskutieren und gangbare Schritte im Sinne des Kindes im Hilfeprozess zu entwickeln.

Bei Kindeswohlgefährdung und notwendig werdender Krisenintervention gilt es immer zu prüfen, welcher Weg den Schutz der Betroffenen vor weiterer Gefährdung sichern kann. Aber auch welcher Hilfevorschlag eine am wenigsten schädliche Alternative für das Kind darstellt.

Im Unterschied zu dem Strafrecht, das nach dem Prinzip „Im Zweifel zugunsten des Angeklagten“ vorgeht, sollte die Jugendhilfe bei Kinderschutzfragen das Prinzip „Im Zweifel zugunsten des Schwächeren (Kindes)“ intensiv diskutieren und gegebenenfalls notwendige Auflagen und Maßnahmen (z.B. Kontaktverbot des Aggressors gegenüber dem Kind) von den Familiengerichten einfordern.

Fortbildungen für die Fachkräfte gestalten wir immer an ihrem Bedarf und an unseren Arbeitsfeldern des Kinderschutzes und der Opferhilfe. Von daher bitten wir Sie, sich bei Interesse mit uns in Verbindung zu setzen.

Übersicht unserer Leistungen und Angebote

Unser Kinderschutzangebot stellt die Rat suchenden Kinder und Familien ins Zentrum aller Unterstützung und bezieht dabei das soziale Umfeld sowie die stützenden Kräfte mit ein. Unser Angebot umfasst vielfältige und flexible Hilfen, die wir gemeinsam mit den beteiligten Kindern, Jugendlichen und ihren Familien passgenau auf ihren individuellen Bedarf zugeschnitten entwickeln. Dabei unterstützen wir die individuellen, familiären und Umfeldressourcen und beziehen bei Bedarf die regional zuständigen Fachkräfte des Jugendamtes und anderer Institutionen mit ein.

  • Telefonbereitschaft von Montag bis Freitag von 9.00 – 19.00 Uhr.
  • Keine Wartezeiten. Bei Bedarf sind wir bemüht, spätestens innerhalb von 48 Stunden, eine erste Beratung zu realisieren.
  • Kriseneinsätze in akuten Gefährdungssituationen sollen weitere Kinderschutzrisiken begrenzen.
  • Einzelfallbetreuungen im Beratungs- und Hilfezentrum Kleinmachnow, in der Zweigstelle in Potsdam oder auch in unserer anonymen Wohnung.
  • Um Schutz vor akuter Bedrohung zu gewährleisten, kann auch eine vorübergehende Aufnahme in unserer Schutzwohnung stattfinden.
  • Begleitung der Eltern, Kinder und Jugendliche sowie deren Bezugspersonen zum Jugendamt, zu Familiengerichten, zur Polizei, Rechtsanwälten und Strafgerichten, zu Ärzten, Krankenhäusern, Notdiensten, usw. um notwendige und damit auch effektive Hilfe sicher zu stellen.
  • Soziale Beratung zur Begrenzung der möglichen Verursachungsfaktoren für Kindeswohlgefährdung.
  • Mädchen-, Jungen-, und Müttergruppen zur Stabilisierung und Förderung ihrer Persönlichkeit und zur Integration in ihrem sozialen Umfeld.
  • Freizeitangebote zur Aufhebung von Isolation und zur Stärkung von Kindern. Auch hier können sich die Eltern beteiligen.
  • Fahrdienste zur Sicherung der Beratung oder der Betreuung bzw. der Hilfe vor Ort.
  • Unsere fallübergreifenden und fallbezogenen Kinderschutzangebote können mit unseren weiteren präventiven Hilfen sowie den Angeboten unserer Erziehungs- und Familienberatung und der Opferhilfe verknüpft werden.
  • Elternarbeit. In unserer präventiven Kinderschutzarbeit haben auch Eltern eine zentrale Bedeutung. Wir bieten Elterngruppen, Müttergruppen, Eltern – AGs und Elterntrainings an, damit Sie sich qualifizieren und vernetzen können.
  • Gewaltprävention in Schulen und Kitas unterstützt Kinder und Jugendliche, um eigenen Gefährdungen schneller und effektiver zu begegnen oder zumindest zu begrenzen und Wiederholungen vorzubeugen.
  • Regionale Sozialraumorientierung. Unterstützung der Positive und stärkende Gemeinschaft über gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen.

Als Initiator für neue Kinderschutzwege stehen wir gemeinsam mit unseren Familien, Eltern, Kindern und Ratsuchenden in einem Entwicklungs- und Lernprozess. Dabei gilt  es den jeweils neuen Erscheinungsformen von innerfamiliären und außerfamiliären Konflikten, Bedrohungen, Gewalt und Kindeswohlgefährdungen angemessen zu begegnen.

Die geforderten präventiven Maßnahmen zur Verbesserung des Kinderschutzes in Bezug auf interdisziplinäre Vernetzung, Kooperation und Qualifizierung der Fachkräfte im Land werden von STIBB e.V. seit Jahren realisiert und im Prozess stets weiterentwickelt und differenziert.